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Warum Bildbearbeitung?

Blog / No Comment / 27. April 2017

Hi zusammen,
heute möchte ich einmal das Thema Bildbearbeitung bzw. Bildentwicklung ansprechen. Dieses Thema wird immer wieder breit und lang an allen Fronten diskutiert. Gerade heute wo jeder weiß das es Photoshop gibt und was Photoshop kann, wird bei nahezu jeglicher Bearbeitung gleich „ja ist ja eh gephotoshoped“. Dieses pauschale niedermachen finde ich eigentlich schade. Klar wird heute extrem viel mit Photoshop gemacht, aber längst nicht alles. Und wenn es nicht Photoshop ist heißt es „Es wurde massiv an den Reglern gedreht“. Viele Leute vergessen einfach das auch schon zu analogen Zeiten teilweise extrem an Bildern „gedreht“ wurde. Dies geschah allerdings mit Chemikalien und in der Dunkelkammer. Vieles was heute möglich ist war damals auch schon möglich. Es war lediglich wesentlich Kosten- und Zeitintensiver. Heute geht das in Lightroom (der digitalen Dunkelkammer) mit wenigen Mausklicks und das ganze ist auch noch reversibel!

Ich selbst bearbeite bzw. ich spreche hier viel mehr von einer Bildentwicklung auch. teilweise auch recht ordentlich. Aber was sind meine Beweggründe dahinter?
Nun ich sehe das ganze generell recht locker. Vermutlich aber auch weil ich es selbst intensiv nutze und beim betrachten von Bildern sehr schnell weiß wie viel das im groben gemacht wurde. Ich sehe mich auch nicht so sehr als Bildbearbeiter sondern viel mehr als jemanden der seine Bilder kreativ, nach seinem persönlichen Geschmack und Empfinden nach ENTWICKELT.

Schauen wir uns einmal folgendes Beispiel an. Ihr könnt mit dem Slider in der Mitte den direkten Vorher/ Nachher Vergleich machen. Dazu linke Maustaste drücken und gedrückt halten. Anschließend bei gedrückter linker Maustaste einfach hin und her bewegen.

Der Unterschied ist deutlich. Das streite ich gar nicht ab. Aber warum mache ich das?
Nun ja, grundlegend muss gesagt sein das keine Kamera auch nur annähernd in der Lage ist das zu leisten was unser Auge und unser Gehirn leisten kann beim betrachten eines interessanten Motivs. So ist unser Auge zum Beispiel in der Lage sozusagen „selektiv zu sehen“. Das heisst, das Gehirn blendet automatisch mehr oder weniger relevante Dinge ein und aus. Auch weiß unser Gehirn das der Himmel blau ist und wir sehen diesen oft dann auch blauer als die Kamera ihn sieht. Dasselbe gilt für die Sonne. Unser Auge kann um ein vielfaches mehr Helligkeitsstufen darstellen als eine Kamera aufzeichnen kann. Hinzu kommt das persönliche empfinden der Situation vor Ort. Es ist Sommer, es ist warm, man hört das rauschen des Meeres. All diese Eindrücke fließen unbewusst mit ein. Und eben all diese Eindrücke kann eine Kamera so gar nicht speichern und dann auch noch wiedergeben.
und das ist der Grund warum ich meine Bilder bearbeite. Ich versuche die Situation vor Ort so nachzubilden wie ich sie wahrgenommen habe. Bei dem oben angeführten Beispiel. Das Erlebnis vor Ort kann das Ausgangsbild so gar nciht wiedergeben. Das sehen der rosa Granitfelsen, der extreme Sonnenuntergang, die Gischt die an die Felsen schlägt, das einsame Leuchtturmwärter Häuschen….all die Sinneseindrücke und Wahrnehmungen versuche ich hier rein zu packen.

Gehen wir nochmals zurück in die Vergangenheit. Früher hat man einen Film eingelegt und irgendwas auf diesen Film „gespeichert“. Mit Chemikalien hat man dieses Wirrwarr dann in ein Negativ entwickelt und daraus dann ein positiv. Im digitalen Zeitalter ist es ähnlich. Die Kamera zeichnet irgend was auf was kein Mensch verstehen kann. Dieses digitale WirrWarr wird dann mittels einer Software zu einem darstellbaren Negativ berechnet. Mit dieser Software kann man durch einstellen von diversen Regelwerten das spätere Bild maßgeblich beeinflußen. Exportiert man dann diese Entwicklungseinstellungen so wird aus dem  Negativ ein Positiv, meist einem JPG. Vergleich = früher Chemikalien, heute Regler. Wenn man es mal genau nimmt, so ist JEDES „fertige“ Bild was aus einer Digitalkamera bearbeitet. Denn ein fertiges JPG welches direkt aus der Kamera kommt ist nichts anderes als ein final bearbeitetes Bild. Nur hat man dies nicht selbst bearbeitet sondern hat es der Kamera überlassen. 😉 Eigentlich ein Dilemma wenn man dann noch behauptet „Bildbearbeitung ist scheiße“. Oder nicht?

Gehen wir noch einen Schritt weiter. Selbst zu analogen Zeiten gab es schon Bildmontagen und Composings. Nur waren es deutlich weniger, weil der Aufwand und die Kosten immens waren. Mit Lightroom, Photoshop oder Gimp ist das Rad somit nicht neu erfunden worden. Es ist lediglich wesentlich einfacher und kostengünstiger geworden. Wo man früher noch tiefgreifendes Wissen über Chemikalien und Film benötigte, kann man heute mit etwas Übung und Tutorials recht schnell eine relative gute Montage erstellen oder ein Landschaftsfoto gezielt entwickeln.

So, das war es dann auch nun von meiner Seite und wie ich zu dieser ganzen Thematik stehe. Mich würde eure Meinung zu diesem Thema interessieren. Bearbeitet ihr eure Bilder? Wie steht ihr grundsätzlich dazu?

LG Dominic

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